Wider den Informationsoverkill

Mit meiner neuen Leidenschaft für das eigene Blog geht eine weitere einher, Blogs und RSS-Feeds lesen. Ich muss zugeben das ich nicht mehr weiß wie ich bisher auf diese Lektüre verzichten konnte. Vor allem so Randthemen wie Selbstorganisation oder das neueste Geek-Gadget kann man mit einem RSS-Reader immer gut im Blick halten auch wenn das dann zu den unwichtigen und nicht dringenden Aufgaben gehört.

Mit steigender Anzahl an Datenquellen tut sich ein Problem auf das jeder Historiker irgendwie kennt, zu viele Quellen schaden mehr als sie nützen denn sie kosten Zeit, verstellen den Blick auf das Wesentliche und vor allem langweilen uninteressante Sachen vor allem Menschen wie mich zu Tode. Und das manuelle Löschen wird ebenso schnell aufgegeben wie die das Lesen der Artikel die einen eigentlich interessieren weil der Reader innerhalb von Tagen überquillt.

Man kann ein paar Regeln beachten um den Datenwust so überschaubar wie möglich zu halten.

  1. Nur die Posts der letzten 3 Tage pro Feed speichern lassen.
  2. Alles was einen auf den ersten Blick nicht interessiert: löschen! löschen! löschen!
  3. Die Feeds die man abonniert hat sinnvoll und nach einem System ordnen. Welchem System man dabei folgt ist vollkommen egal. Hauptsache man hat überhaupt eins. Und nein, die automatische alphabetische Reihenfolge im Reader ist kein System!
  4. Dinge die man später lesen will bookmarken und dann später lesen. Dabei sollte man sich jedoch wirklich auf Dinge beschränken für die man jetzt keine Zeit hat oder die man beim ersten Überfliegen nicht verstanden hat aber gern verstanden hätte.
  5. Möglichst Feeds mit einem langen Horizont abonnieren, Blogs, Kolumnen oder Magazine eignen sich besser als Tageszeitungen und News. Auch wenn es Newsfeeds heißt eignen sich RSS-Feeds eher zur Sammlung langfristiger Dinge denn der letzten Meldung aus dem Dschungelcamp.
    Eine weitere Möglichkeit die Feeds bereits vorher zu filtern bietet Yahoo Pipes. Dieser News-Aggregator sammelt die Feeds und filtert sie nach bestimmten Stichwörtern. Die dahinter stehende Engine ist jedoch sehr umfangreich, mal eben schnell ist das nicht eingerichtet. die c’t hat diesem Thema bereits einen Artikel gewidmet, dieser schießt jedoch für den Otto-Normalverbraucher schnell über das Ziel hinaus und ist zudem für den nicht Abonnenten noch kostenpflichtig. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit und mit regelmäßiger Pflege der Quellen kann man damit schon fast alle unerwünschten Elemente Ausfiltern. ( Solche sinnlosen Sachen wie Fußball-Bundesliga zum Beispiel. )

Trotzdem kann einen der Wissensdurst noch vor so einige Hürden stellen. Was machen wenn ich keinen Internetzugang habe, vielleicht weil mein Arbeitgeber nur Email erlaubt. Entweder man hat ein Smartphone mit Internetflatrate und der richtigen Software oder man muss sich eine andere Lösung überlegen. Naheliegend wäre in dem Moment  der Empfang per Mail. RSS2PDF generiert zwar aus Feeds pdf-Dateien verschickt sie aber nicht automatische per Mail. Den Dienst kann man dann auch mit einer Pipe füttern, hat dann die PDF auf dem Rechner und kann die Mittagspause quasi produktiv für die eigene  Persönlichkeitsbildung nutzen. Der Nachteil des ganzen ist recht schnell erkannt, morgens nochmal schnell das pdf generiert und verschickt, und dann stellt das Lieblingsblog genau eine halbe Stunde später den tollen neuen Artikel ein den man dann natürlich verpasst.

Aber auch dafür gibt es eine Lösung:Tabbloid

Der kostenlose Webdienst generiert aus den eigenen Feeds, optional eben eine Yahoo Pipe eine eigene Zeitung die dann automatisch an eine Mailadresse verschickt wird. Mehr lässt sich zu dem Dienst auch nicht mehr sagen, einfach einrichten und Spaß haben. Und wenn die eigene Zeitung dann noch Rubriken haben soll eben dementsprechende Pipes bauen. Vielleicht erkläre ich deren Aufbau ja in einem anderen Artikel.

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Stefan Lorenz

Das Internet ist kein “rechtsfreier Raum”

Das Beispiel des Grünen-Abgeordneten der bremischen Bürgerschaft Güldner bringt das Zerwürfnis zwischen Volksvertretern und Teilen des Volkes wieder einmal deutlich zum Ausdruck. ( Artikel in der Welt)

Dabei scheinen viele Politiker im Allgemeinen und dieser im Besonderen zu vergessen das dass Internet gar kein Raum, keine besondere Sphäre im juristischen Sinne ist. Man sollte bedenken das das HTT-Protokoll –technische Grundlage des Internets- ein reiner telemedialer Übertragungsweg ist. Die damit übertragenen Inhalte unterliegen allen Vorschriften und Gesetzen die auch sonst mindestens für öffentliche Druckerzeugnisse gelten. Im besonderen wären hier zu nennen das Telemediengesetz, das Pressegesetz, das BGB, das StGB usw.

Kommen wir jetzt in den Bereich des Internethandels gelten auch hier alle Vorschriften der realen Welt: HBG, Fernhandelsabsatzgesetz, wiederum das BGB und eben auch alle Strafgesetze, Handelsvorschriften und so weiter.

Am Beispiel der Cyberkriminalität, explizit unter dem Einschluss der verbotenen Verbreitung pornographischer Schriften und urheberrechtlich geschützten Materials zeigt sich jedoch die schlechte personelle und materielle Ausstattung von Exekutive und Judikative. Die Werkzeuge zu einer effektiven Durchsetzung der bestehenden Rechtsnormen sind vorhanden, es ist nur keiner da der sie durchsetzen kann.

Weder BKA noch die Justiz verfügen über das Personal oder die technische Ausstattung geschweige denn über geeignete Verfahren um die bestehenden Rechtsnormen durchzusetzen, die Unfähigkeit dieser Instrumente liefert nun die Rechtfertigung für die Maßnahmen die das Internet zum “Bürgerrechtsfreien Raum” zu machen.

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Stefan Lorenz
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