Vom 16. bis zum 17. März fand in Kabul die diesjährige Konferenz der Provincial Reconstruction Teams (PRT) statt. 1 Die PRT stellen eine Schlüsselkomponente im vernetzten Ansatz zum Wiederaufbau Afghanistans dar. Die 26 internationalen Teams koordinieren den Wiederaufbau in den Provinzen und die zivil-militärische Zusammenarbeit.
Der NATO-Vertreter für den zivilen Aufbau Mark Sedwill identifiziert 3 Schlagworte für die neue Strategie der Allianz: Regain, Rebuild, Resolve. Er meint damit Wiedererlangen der Initiative gegenüber den Taliban, Wiederaufbau der von staatlichen Strukturen und Lösung der politischen Probleme die die Bevölkerung die Taliban unterstützen lassen. Die PRT sollen in diesem Zusammenhang konkrete Hilfe mit den Partnern vor Ort realisieren.
Eine bessere Koordination ist auch dringend nötig wie das Beispiel eines Hilfsprojekts von USAID zeigt: USAID hat 2005 ein Straßenbauprogramm für Pflasterstraßen angeschoben. Pflasterstraßen erfordern weniger Material dafür aber viele Arbeitskräfte. So wollte man viele Menschen mit Arbeit versorgen. Als die Straßen fertig waren wurden sie aber kaum genutzt, Kamele können auf Pflastersteinen nicht laufen. 2
Ein weiteres Beispiel: Nach dem harten Winter 2008/2009 entschied das World Food Programme 100.000 Tonnen Weizen zusätzlich zu importieren. Durch diesen Import wurde der Weizenpreis in der Region so stark gedrückt das sich ein Anbau nicht mehr lohnte. Die Folge war ein Anstieg des Opium-Anbaus.
Die PRT haben aber auch die Aufgabe die Autorität der Zentralregierung in die Provinzen zu projizieren. Damit sollen die zentralstaatlichen Strukturen in dem Land gestärkt werden. Vor allem die USA wollen ihre Vorstellung eines geordneten Staatswesens mit relativ starker Zentralregierung durchsetzen. Dabei ist dem durchschnittlichen Afghanen Kabul sicher noch ein wenig fremder als Washington dem Anarchisten aus den Rocky Mountains.
Die PRT sollten eher die Möglichkeit erhalten lokale Stammesführer und mindestens gemäßigte Religionsführer mit einzubinden. Die Stellen vor Ort können viel genauer überprüfen ob man mit dieser oder jener Stammesmiliz nicht doch den Bock zum Gärtner macht. Die von Präsident Karzai angekündigten Verhandlungen mit den Taliban sind ja anscheinend sowieso gescheitert. Zumindest möchten die offiziellen Vertreter keine Fragen dazu beantworten.
Aus diesen dezentralen Strukturen, ergänzt durch die Provinzräte und mit exekutiver Macht ausgestattet könnte ein Netzwerk an Staatlichkeit entstehen. In einer solchen Konföderation würden auch die ethnischen Konflikte leichter moderiert werden können. Regionale Eigenheiten und religiöse Befindlichkeiten könnten so viel leichter berücksichtigt werden. Mit wachsender Institutionalisierung wächst die Macht einer Zentralregierung von ganz allein. Viele Sicherheitsprobleme würden so gar nicht entstehen und keine Ressourcen binden. Aber eine solche Strategie erfordert Mut und Vertrauen. Beides sind knappe Güter im Verhältnis zwischen dem Westen und Afghanistan.








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