Achillesferse Ring-Road


Laut Mullah Omar können die Taliban die NATO-Truppen in Afghanistan innerhalb von 30 Tagen besiegen.1 Vor allem der exorbitante Verbrauch von Versorgungsgütern durch die westlichen Truppen macht sie angreifbar. Der Talibanführer sieht die Aufständischen in der Lage die Nachschubwege innerhalb dieser Zeitspanne vollkommen abzuschneiden.

Der Oberbefehlshaber des Allied Joint Force Command, der deutsche General Egon Ramms, hat auf die Probleme bereits Anfang des Jahres in einer Fachzeitschrift zum Thema Logistik hingewiesen. Afghanistan verfügt nur über einen Landzugang, alle Versorgungsgüter müssen entweder auf dem Luftweg oder über enge Gebirgspässe in das Land gebracht werden.

70% der Güter werden dabei im pakistanischen Hafen Karachi entladen und dann auf LKW über die südliche Route nach Kabul gebracht. Der Rest wird über Russland, Kasachstan und Usbekistan nach Afghanistan gebracht.  Dabei stützt sich die NATO vor allem auf zivile Vertragspartner, die die Güter in Karachi aufnehmen und dann über den Khaiber-Pass nach Afghanistan transportieren.

Mit der Truppenaufstockung der USA kommen nun noch weitere 30.000 Soldaten ins Land.2 Nimmt man die im eingangs zitierten Artikel erwähnten Zahlen zum Verbrauch einer amerikanischen Division als Grundlage bedeutet dies einen Mehrverbrauch von bis zu 12.000t Nachschub pro Tag.

Zusätzlich verschlechtert das Hochwasser in Pakistan die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes in der Region beträchtlich. Neben dem militärischen Nachschub müssen nun noch tausende Tonnen Hilfsgüter über die gleichen Straßen transportiert werden.

imageWesentliche Voraussetzung für die Sicherstellung der Versorgung ist die Beherrschung der berühmten “Ring-Road”, diese Straße verbindet die wichtigsten afghanischen Städte. ( Bildquelle:wsj.com) Bereits während der sowjetischen Besatzung drehte sich alles um diese Straße.

Die Taliban wollen nun diese Lebensader in den Wintermonaten so stören das die Truppen innerhalb von 30 Tagen zum Rückzug gezwungen werden.

Angriffe auf den Nachschub von Truppen war schon immer eine sehr erfolgreiche Strategie in einem  Guerillakrieg.  Gerade moderne Streitkräfte hängen am Tropf der Logistik, nach fünf Tagen sind die mitgeführten Vorräte meist aufgebraucht. Schnell wandelt sich der technologische Vorteil dann in einen immensen Nachteil.  

Die passende Schlussfolgerung gibt der Artikel von kabulpress.org dann auch noch dazu: Peträus muss die Truppen so umstrukturieren das sie 90 Tage rein aus der Luft versorgt werden kann. Entweder das oder die “Ring-Road” bleibt benutzbar. Aber auch dann bleibt die Situation kritisch, Truppenaufstockung und Hochwasser treffen ja dennoch aufeinander.

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2 Responses zu “Achillesferse Ring-Road”

  1. Ben sagt:

    Achillesferse ist hier echt treffend. Meiner Ansicht nach ist es fraglich, ob die Versorgung für 90 Tage aus der Luft geleistet werden kann. Hier rächt sie auch das massive Defizit Europas bei strategischen Lufttransportfähigkeiten.

    • Stefan Lorenz sagt:

      Naja das kommt darauf an was wirklich auf dem Luftweg transportiert werden muss. Reden wir vom “Theatre Transport” also der Verlegung aus den Heimatländern in den Einsatz oder vom “In Theatre Transport” also dem Transport innerhalb des Einsatzgebietes. Ich denke die Versorgung innerhalb lässt sich schon stemmen, das kann auch die Transall. Kritisch wird der Transport in die logistischen Basen. Hier reicht aber vielleicht auch der Transport auf der Schiene über Russland.

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